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Wirtschaft

Die deutsch-irakischen Wirtschaftsbeziehungen sind geprägt von gegenseitigem Interesse und großem Potential für weitere Vertiefung. Einerseits steht die irakische Wirtschaft vor riesigen Herausforderungen: Angesichts der hohen Staatsquote ist die Wirtschaft eng verknüpft mit politischen Entwicklungen, der Staatshaushalt ist in hohem Maße von der Entwicklung der Weltmarktpreise für Erdöl abhängig, ein veralteter Bankensektor kann nur schwer Kredite für Investitionen zur Verfügung stellen, und ein teilweise noch von planwirtschaftlichem Denken geprägtes Verständnis der Rolle des Staates in der Wirtschaft hemmt das Wachstum im nur schwach entwickelten Privatsektor. Andererseits ist Irak ein Markt mit Perspektiven: Die stark wachsende Bevölkerung – Experten gehen von einer Verdoppelung der Bevölkerung auf 80 Mio. Menschen bis 2050 aus –,  Umweltschäden, die behoben werden müssen, und nicht zuletzt der Wiederaufbau der vom IS befreiten Gebiete erfordern erhebliche Anstrengungen und gewaltige Investitionen in die Infrastruktur des Landes.

Die irakische Regierung möchte die wirtschaftlichen Probleme im Land systematisch angehen. Geplant sind unter anderem die Verbesserung der Infrastruktur, die Diversifizierung der Energiegewinnung, u.a. durch den Ausbau von erneuerbaren Energien, eine Steuerreform, die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs, der Ausbau des Bankensektors und verbesserte Rahmenbedingungen für Investoren. Erste Schritte sind gemacht: Beispielsweise ermöglichte Irak im März 2021 für einige Staaten, darunter Deutschland, die Visaerteilung direkt bei der Einreise.

Es ist offensichtlich, dass der irakische Staat die anstehenden Herausforderungen nicht allein meistern kann. Viele Iraker haben erkannt: Ihre Volkswirtschaft braucht mehr denn je ausländische Direktinvestitionen, mehr denn je technologische Lösungen und qualitativ hochwertige Dienstleistungen. Und dies können deutsche Unternehmen liefern.

Trotz der Probleme im Land zeigen sich Anzeichen für eine Besserung der Lage. So hat sich die Sicherheitslage in Bagdad und in weiteren Teilen des Landes verbessert. Premierminister Al-Kadhimi hat seit Beginn seiner Amtszeit den Kampf gegen Korruption zu einer der Kernaufgaben seiner Regierung gemacht.

Die Deutsche Botschaft ermuntert Unternehmen, in Irak aktiv zu werden. Suchen Sie den Kontakt mit dem öffentlichen Sektor und vernetzen Sie sich mit anderen, vor allem mit den erfahrenen deutschen, Akteuren im Privatsektor. Irak ist ein enorm junges Land mit vielen jungen Menschen, die auf Veränderung drängen und ihre Chancen nutzen wollen. Es wäre sowohl für Irak wie auch für Deutschland wichtig, wenn deutsch-irakische Projekte dabei einen Beitrag leisten können. Für Geschäfte in Irak braucht man langen Atem. Aber die Anzeichen mehren sich, dass sich dieser lange Atem lohnt.

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